Bewegungsschmerzen


Mit zunehmendem Alter lassen viele Körperfunktionen nach. Betroffen sind vor allem Herz, Niere, Lunge und der Bewegungsapparat. Das Blut transportiert weniger Sauerstoff, Herz und Nieren arbeiten langsamer und die Lungenkapazität ist nicht mehr so groß wie in jüngeren Jahren. Auch die Muskelmasse nimmt ab. Die Ursachen für Schmerzen sind bei der Generation 60plus vielfältig: Am häufigsten sind es Abbau- und Verschleißerkrankungen des Bewegungsapparates wie z. B. Rückenleiden, Arthrose, Arthritis oder Knochenschwund (Osteoporose). Experten bezeichnen das als Bewegungsschmerzen. 

Rückenschmerzen
Insgesamt haben etwa 22 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer in Deutschland Rückenschmerzen, die mindestens drei Monate anhalten und sich täglich oder nahezu täglich bemerkbar machen. Die Stärke, Art und Dauer der Rückenschmerzen sind so unterschiedlich wie ihre Ursachen. Auslöser können Muskelverspannungen durch Über- oder Fehlbelastungen, Bandscheibenvorfälle, Nervenreizungen, eingeklemmte Nerven, rheumatische oder abnutzungsbedingte Erkrankungen sein  um nur einige zu nennen.

Rückenschmerzen werden oft nicht ernst genommen. Viele leiden lange, bevor sie ärztlichen Rat suchen und Schmerzmedikamente erhalten, die ihren Schmerz adäquat lindern. Doch dann kann der Schmerz bereits chronisch geworden sein. Deshalb gilt: Wenn Rückenschmerzen länger als vier Tage anhalten oder Lähmungs- und Taubheitsgefühle hinzukommen, sollte unbedingt ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden, um die Ursache abklären zu lassen.

Gelenkerkrankungen
Gelenkerkrankungen wie Arthrose und Arthritis sind Volkskrankheiten, die meist ältere Menschen betreffen.

Die Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung. Sie beginnt mit einer Entzündung der betroffenen Gelenke, gefolgt von einer Zerstörung der Gelenke. Die häufigste und schwerste Form ist die sogenannte rheumatoide Arthritis, bei der viele Gelenke gleichzeitig betroffen sind und die meist lebenslang andauert.

Die Arthrose hingegen ist eine Verschleißerkrankung der Gelenke, häufig der Wirbel-, Hüft- und Kniegelenke. Charakteristisch ist eine schmerzhafte Veränderung der Gelenkstruktur, bei der der Gelenkknorpel fortschreitend zerstört wird. Typisch ist zudem, dass sie ausschließlich ein bestimmtes Gelenk betrifft. Im Gegensatz zur Arthritis sind die Gelenke zunächst nicht entzündet, sondern abgenutzt. Eine Arthrose kann aber nach einer starken Belastung in ein entzündliches Stadium übergehen. Es handelt sich dann um eine aktivierte Arthrose.


Osteoporose
Osteoporose, vielen auch als „Knochenschwund“ bekannt, ist eine Krankheit, die überwiegend ältere Frauen betrifft. Sie ist eine Stoffwechselerkrankung des Knochens und führt zu einem vermehrten Abbau der Knochenmasse. Das Skelett verliert an Stabilität, da die Knochen porös werden, weniger stabil und belastbar sind. Dadurch können Knochen schon bei geringen Belastungen wie etwa kleinen Stürzen, beim Heben der Einkaufstasche, beim Bücken oder Niesen brechen. Zu Knochenbrüchen kommt es hauptsächlich an der Wirbelsäule und im Bereich des Oberschenkelhalses (Oberschenkelhalsbruch). Im späten Stadium können massive Rückenschmerzen auftreten, die meist durch Wirbelkörpereinbrüche hervorgerufen werden. Meist vergehen Jahre, bevor die Krankheit erste Beschwerden verursacht.

Alle diese Erkrankungen des Bewegungsapparates haben dreierlei gemeinsam:

  1. Eine frühzeitige Diagnose kann helfen, ernsthafte Rücken- beziehungsweise Gelenkschäden zu vermeiden.
  2. Treten bereits Schmerzen auf, ist es wichtig, den Schmerz so schnell wie möglich zu lindern, um zu vermeiden, dass er chronisch wird.
  3. Besteht bereits eine Chronifizierung – ist der Schmerz also schon zum ständigen Begleiter geworden, ermöglicht erst eine wirksame und gut verträgliche medikamentöse Schmerztherapie, dass der Patient begleitende nicht-medikamentöse Maßnahmen durchführen kann. Denn erst wenn der Schmerz adäquat gelindert ist, kann der Patient beispielsweise eine Bewegungstherapie durchführen.