Wirkungen und Nebenwirkungen
Wie jedes Medikament haben Opioide neben ihrer Wirkung auch Nebenwirkungen. Besonders ältere Menschen verzichten aus Angst vor Nebenwirkungen häufig auf das Schmerzmedikament und ertragen ihren Schmerz. Doch das ist der falsche Weg. Es gibt eine Vielzahl von Schmerzmedikamenten, die nicht nur in ihrer Stärke und Wirkweise variieren, sondern auch in ihren Nebenwirkungen. Auch die Befürchtung, dass starke Schmerzmedikamente besonders starke Nebenwirkungen haben, stimmt so nicht. Grundsätzlich ist es wichtig, dass der Arzt oder die Ärztin nach einer exakten Diagnose des Schmerzes das Schmerzmedikament sehr sorgfältig auswählt und die Therapie individuell auf den Patienten abstimmt.
In den ersten Behandlungstagen kann es sein, dass Übelkeit, Schwindel und Müdigkeit auftreten. Diese Nebenwirkungen lassen aber meist nach kurzer Zeit wieder nach und können außerdem gut behandelt werden. Wichtig ist ein wenig Geduld. Patienten, die auf ein Opioid eingestellt werden, sollten in der Anfangsphase nicht am Straßenverkehr teilnehmen und sich schonen. Schon nach einigen Tagen geht es den meisten Patienten besser und sie stellen sogar fest, dass sie ausgeruhter sind, da sie ohne Schmerzen nachts besser schlafen.
Die einzige Nebenwirkung, die typisch für Opioide ist und meist dauerhaft bestehen bleibt, ist die Beeinträchtigung der Darmfunktion. Hier können Abführmittel helfen. Doch auch sie verursachen wiederum Nebenwirkungen, die zusätzlich einen großen Verlust an Lebensqualität bedeuten. Jedoch gibt es inzwischen Kombinationspräparate aus einem starken retardierten Opioid und einem retardierten Opioid-Gegenspieler. Die Wirksamkeit dieser Medikamente ist genauso stark wie die von Opioiden ohne diesen Gegenspieler. Sie lindern effektiv den Schmerz, sind sehr gut verträglich und erhalten darüber hinaus gleichzeitig die normale Darmfunktion. Dies erhöht die Lebensqualität von Schmerzpatienten deutlich.


